



Die Farbe
Die Farbe gehört zu den wichtigsten, aber auch subjektivsten Kriterien feiner Steine. So vielfältig die Farbedelsteine sind, so unterschiedlich sind auch die Stimmungen, die sie auslösen. Orange steht für Optimismus, Gelb für Heiterkeit, Grün für Großzügigkeit, Rot für die Liebe und Blau für die Treue. Je außergewöhnlicher eine Farbe ist, desto mehr versucht der Mensch, Worte zu finden, die diese Schönheit beschreiben. Stellen Sie sich nur einmal einen swimmingpoolblauen Turmalin, einen sonnenlichtgoldenen Topas oder einen wildgartengrünen Smaragd vor.
Ein wenig nüchterner erscheint dagegen die Entstehung der Farben, bedingt durch die chemische Zusammensetzung eines Steins. Vor allem Metalle und deren Verbindungen wirken farbgebend: Eisen erzeugt beispielsweise beim Saphir die Farbe Blau und Chrom beim Rubin die Farbe Rot. Schon feinste Farbnuancen können die Wertigkeit entscheidend beeinflussen. Bei fast jedem Stein gibt es zudem eine seltene, besonders begehrte Variante. Wie zum Beispiel den roten Rhodolith als eine Form des Granats oder den rosaroten Rubellit aus der Gruppe der Turmaline.
Die Transparenz
Schaut man genau hin, entdeckt man bei fast allen farbigen Edelsteinen kleine Einlagerungen aus Mineralien oder Fremdkristallen. Auch als „Fingerabdruck der Natur“ bezeichnet, sind solche Wachstumsmerkmale untrügliches Zeichen für die Echtheit und Natürlichkeit eines jeden Farbedelsteins. Generell jedoch gilt: Je transparenter ein Edelstein ist, desto wertvoller ist er. Denn aus der Transparenz ergeben sich seine Lebhaftigkeit und leuchtende Kraft.
Die Seltenheit und die Herkunft
Wer sich rar macht, ist begehrt – wie zum Beispiel der rote Rubin, einer der kostbarsten Edelsteine überhaupt. Neben der Seltenheit ist auch das Herkunftsland wertbestimmend, denn je nach Fundort und Erdbeschaffenheit variiert die Farbe. So ist zum Beispiel der beliebteste aller Smaragde mit seinem intensiven, blaustichigen Grün oft nur in Kolumbien zu finden. Der seltene honigfarbene Imperial-Topas dagegen stammt meist aus der Gegend Minas Gerais in Brasilien, berühmt für erlesene Topase.
Das Gewicht und der Schliff
Seit der Antike dient Carat als Maßeinheit für das Gewicht edler Steine. Ein Carat entspricht 0,2 Gramm. Dies ist das genaue Gewicht eines einzelnen Samens des Johannisbrotbaums, dem sogenannten Quirat. Immer gleich groß und gleich schwer, dienten sie als verlässliche Gewichtseinheit. Je nach Gewicht, Beschaffenheit und Farbe des Rohsteins entscheidet sich der Schleifer für eine bestimmte Schliff-Form. Denn erst der perfekte Schliff bringt die Brillanz und Lebhaftigkeit eines Farbedelsteins zur vollen Geltung.
Anders als beim Diamanten geschieht dies nicht auf Grundlage mathematischer Berechnungen, sondern allein aufgrund von Erfahrungswerten und Fingerspitzengefühl. Grundsätzlich empfiehlt sich bei geringer Transparenz ein glatter Cabochon-Schliff. Bei hoher Transparenz sorgt eine Vielzahl geschliffener Facetten für mannigfaltige Lichtbrechung und ein Feuerwerk der Farben.
Die Härte
Bis heute gilt die Mohs'sche Härteskala, die vor über 150 Jahren vom Wiener Mineralogen Friedrich Mohs entwickelt wurde. Auf einer Skala von 1 bis 10 ordnete er die Edelsteine gemäß ihrer Härte. Der Diamant, ein Juwel von unantastbarer Schönheit, steht mit der Härte 10 an der Spitze. Grundsätzlich gilt: Der jeweils härtere Stein kann den weicheren ritzen, gleich harte Steine ritzen einander nicht.
Die Korunde, wie der Saphir oder der Rubin, repräsentieren die Härte 9. Die Härte 6, der unter anderem der Mondstein zugeordnet ist, gilt als untere Grenze der Edelsteinhärteskala. Weichere Steine können sich der abschleifenden Wirkung der winzigen Quarzstäubchen (Härte 7) in der Luft oder im Poliertuch nicht widersetzen und verlieren mit der Zeit an Glanz. Die Härte ist zudem ein wichtiger Faktor für den Schleifer, der jahrelange Erfahrung mitbringen muss, um einen Stein richtig einzuschätzen. Denn dieser kann auf verschiedenen Kristallflächen unterschiedlich hart sein.


























