Uhrenlexikon
WEMPE UHRENLEXIKON: SCHÖNES WISSEN.
Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Atomuhr, bei der die Zahl der Schwingungen in der Elektronenhülle des Cäsiumatoms das Maß der Zeit darstellt. Nach heutiger Definition ist eine Sekunde nicht mehr der 86.400. Teil eines mittleren Sonnentags, sondern die Zeitspanne, in der die elektromagnetische Schwingung in der Elektronenhülle des Cäsiumatoms 9.192.631.770-mal abläuft. Moderne Atomuhren wie die der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) gehen mehr als 100.000-mal genauer als die Erde. In etwa einer Million Jahren weichen sie eine Sekunde von der Norm ab. Funkuhren verarbeiten die von einem Langwellensender ausgestrahlten Zeitsignale.
Komplexe Variante der Minutenrepetition, bei der die Viertelstunden von drei Hämmern auf drei Tonfedern geschlagen werden sowie durch das Spielwerk (Carillion) eine Tonfolge bzw. Melodie ertönt.
Kreisrundes, gebohrtes Metallstück zur Aufnahme eines Lagersteins, durch Einpressen oder Verschrauben im Uhrwerk befestigt. Ursprünglich erfüllten Chatons primär ästhetische Zwecke. Aus Gold oder goldähnlichem Metall gefertigt, sollten sie den Glanz und Effekt schöner Lagesteine erhöhen. Dann entdeckten die Uhrmacher die praktische Komponente. In fabrikgefertigten Chatons gefasste Steine ließen sich bei Bruch leicht ersetzen. Im Zuge der automatisierten Werkefertigung fanden Chatons noch größere Verbreitung. Stanzen brachten die Löcher zur Aufnahme der Chatons sehr präzise an. Erst als die Steinfabrikanten ihre Produkte in durchgängig einwandfreier Qualität und exakt gleicher Größe anboten, erübrigten sich Chatons. Die Steine wurden unmittelbar in Brücken-, Kloben- und Platinenbohrungen eingepresst. Vor allem Glashütter Uhrenmanufakturen verwenden heute aus optischen Gründen wieder verschraubte Chatons.
Unter Chronograph oder - sprachlich korrekt - Chronoskop versteht man eine Uhr mit Stunden- und Minutenzeiger, deren spezieller Zusatzmechanismus das Starten, Stoppen und Nullstellen eines - meist - zentral positionierten Sekundenzeigers per Knopfdruck ermöglicht. Die Zeitanzeige bleibt davon unberührt. Je nach Ausführung besitzen Chronographen zudem Zählzeiger für die seit Beginn der Stoppung verstrichenen Minuten und Stunden. Nach Betätigung des Nullstelldrückers springen auch die Zählzeiger in ihre Ausgangsposition zurück. Seit den 1930er Jahren dominierte der Zweidrückerchronograph. Ein Drücker dient dem Starten und Anhalten, der andere dem Nullstellen. Diese Chronographen ermöglichen Additionsstoppungen, d.h., der Chronographenzeiger kann beliebig oft angehalten und aus der zuletzt eingenommenen Position heraus erneut gestartet werden. Abhängig von der Unruhfrequenz können mechanische Armbandchronographen bis auf die Zehntelsekunde genau stoppen. 
Dank eines Schleppzeiger-Mechanismus lassen sich zwei oder mehr Vorgänge simultan stoppen, sofern sie gleichzeitig beginnen - Wettrennen beispielsweise. Zu diesem Zweck ist der Schlepp- oder Einholzeiger über ein komplexes Zusatz-Schaltwerk mit dem Chronographenzeiger gekoppelt. Über einen speziellen Drücker lässt sich der Schleppzeiger beliebig oft anhalten und - z. B. nach dem Ablesen einer Zwischenzeit - mit dem unterdessen weiterlaufenden Chronographenzeiger wieder synchronisieren. Echte Schleppzeiger-Chronographen gibt es seit 1883. Armbanduhren mit Chronograph-Rattrapante wurden erstmals gegen 1920 angeboten. Wegen der aufwändigen und damit sehr kostspieligen Technik sind sie immer etwas Besonderes geblieben.
"Präzisionsuhr, die ihre Ganggenauigkeit im Rahmen einer 15-tägigen Kontrolle bei einer offiziellen UhrenPrüfstelle (z. B. COSC in der Schweiz) unter Beweis gestellt hat. In den fünf Lagen „Krone links“, „Krone oben“, „Krone unten“, „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“ muss der mittlere tägliche Gang zwischen - 4 und + 6 Sekunden liegen; die mittlere tägliche Gangabweichung darf zwei Sekunden, die größte Gangabweichung fünf Sekunden nicht überschreiten. Alle Uhren werden bei Temperaturen von 23,8 und 38 Grad Celsius geprüft. Erst nach dem Bestehen der Chronometerprüfung darf eine Uhr auf dem Zifferblatt die Bezeichnung Chronometer tragen und mit einem entsprechenden Zertifikat vermarktet werden."
Durch Scheidewände separiertes Email. Auf diese Weise wird die Vermischung des flüssigen Materials verhindert. Aus etwa 0,007 mm breitem und etwa 1 mm hohem Golddraht biegen Handwerker die sog. Cloisons, die - auf dem Zifferblattkörper befestigt - in ihrer Summe ein Motiv ergeben. Je kleiner die Zifferblätter oder die Motive sind, desto schwieriger wird die Aufgabe des Cloisonneurs. Nach Vollendung des Drahtmotivs werden die kleinen Cloisons mit verschiedenfarbigem Email gefüllt. Bis zu fünf Schichten des feinkörnigen Materials müssen hierzu mit einem Gänsefederkiel aufgebracht werden. Nach jedem Farbauftrag ist ein Brennvorgang erforderlich. Dabei verbinden sich die unteren mit den oberen Schichten zu einem nuancenreichen Farbenspiel. Weil die Golddrähte das Email zum Schluss immer noch überragen, werden sie von Hand abgeschliffen. Erst dann kann der Cloisonneur die abschließende Handpolitur vornehmen.
Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (Offizielle schweizerische Chronometer-Prüfstelle). Eidgenössische Behörde mit Hauptsitz in La Chaux-de-Fonds sowie Niederlassungen in Biel, Genf und Le Locle, die alle offiziellen Chronometerprüfungen durchführt und die entsprechenden Gangzeugnisse ausstellt. Die Bezeichnung COSC existiert seit 1973.
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