Uhrenlexikon
WEMPE UHRENLEXIKON: SCHÖNES WISSEN.
Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
In der französischen Uhrmachersprache wird das Rohwerk einer Uhr als Ébauche (französischer Begriff für Entwurf) bezeichnet. Ein funktionsfähiges Uhrwerk besteht aus Ebauche, Hemmung (Echappement), Unruhreif mit Spiralfeder, Zugfeder, Zifferblatt und Zeigern. Unter Ebauche ist ein komplettes Werk (Platinen, Brücken, Rädersatz, Stahlteile, etc.) ohne Hemmung, Unruhreif, Spiralfeder, Zugfeder, Zifferblatt und Zeiger zu verstehen. Auf Wunsch ist es heute mit oder ohne eingepressten Lagersteinen erhältlich. Im Umgang mit Rohwerken taucht gelegentlich auch der Terminus „Schablone“ auf. Hierbei handelt es sich um einen nicht zusammengebauten Satz aller oder verschiedener Teile eines Kalibers. Rohwerke werden von spezialisierten Firmen (z. B. Eta, Nouvelle Lémania, Frédéric Piguet) gefertigt.
Für die Gehäuse von Armbanduhren werden in aller Regel die Edelmetalle Gold, Platin und Silber verwendet. Gold gibt es mit einem Feingehalt von 333/1.000 (8 Karat), 375/1.000 (9 Karat), 585/1.000 (14 Karat) oder 750/1.000 (18 Karat). Die Legierung mit anderen Metallen (z. B. Kupfer) bestimmt den Farbton. 21-, 23- oder gar 24-karätiges Gold findet man z. B. bei Aufzugsrotoren. Bei Platin beträgt der Feingehalt 950/1000. Der Nachteil von Silbergehäusen besteht darin, dass sie sehr weich sind und zudem leicht oxidieren. Durch einen Überzug aus Gold (Vermeil) lässt sich das Anlaufen wirkungsvoll verhindern. Damit ergibt sich jedoch das gleiche Problem wie bei Doublé-Gehäusen: Starke Beanspruchung und Schweiß lassen über kurz oder lang das Basismaterial hervortreten.
Durch die am 1. August 1995 in Kraft getretene Teilrevision des schweizerischen Edelmetallkontrollgesetzes gelten in der Eidgenossenschaft für Gold, Silber und Platin folgende Feingehalte: Gold 333 585 750 916 999 Silber 800 925 999 Platin 850 900 950 999 Palladium ist mit folgenden Feingehalten als Edelmetall anerkannt: 500 950 999 Die Mindestschichtstärke für Gold-, Platin- und Palladium-Doublé wurde von 8 auf 5 Mikrometer (Mikron) gesenkt, für Silberplaque gelten 10 Mikron. Die Qualitätsbezeichnung “Coiffe or” bleibt 200 Mikron-Goldüberzügen bei Uhrgehäusen und -bändern vorbehalten. Drastisch reduziert wurde die Zahl der amtlichen, nach der obligatorischen Überprüfung durch die schweizerische Edelmetallkontrolle vergebenen Stempelzeichen. Bis zum 31. Juli 1995 existierte pro Edelmetall und Feingehalt eine eigene Punze, seitdem gibt es nur noch den Kopf des Bernhardiners in Verbindung mit dem jeweiligen.
Populäre Legierung aus den Metallen Stahl, Nickel und Chrom unter Beifügung von Molybdän oder Wolfram. Sie ist rostfrei, extrem widerstandsfähig und amagnetisch, jedoch vergleichsweise schwer zu bearbeiten. Armbanduhren mit EdelstahlGehäuse erfreuen sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Dies gilt auch für Luxusuhren.
Die frühesten Räderuhren verfügten nur über einen Stundenzeiger. Auch die berühmte „Souscription“ von Breguet gehörte zu diesem Typ Zeitmesser. Das Ablesen der exakten Zeit ist dabei nur begrenzt möglich. Einzeigrige Uhren fürs Handgelenk gibt es auch, doch sind diese sehr selten.
Französisches Wort für farbigen Glasfluss auf Metall. Er dient Letzterem als Schutz oder Zierde. Chemisch besteht Email aus Quarzsand und Flussspat unter Beifügung von Bleioxid, Borax und Soda. Bei 1.200 Grad Celsius wird das Gemisch zunächst geschmolzen, dann wird es abgeschreckt. Die entstehenden Körner werden mit Färbemitteln (Antimonaten, Zirkonoxid oder Titandioxid für weißes, Kobaltoxid, Chromoxid oder anderen Farbstoffen für buntes Email) zu einem Pulver gemahlen. Durch Streichen, Tauchen oder Spritzen wird die saubere Metallbasis mit Email beschichtet und im Spezialofen bei 800 bis 900 Grad Celsius gebrannt. Bei Uhren (Zifferblätter und Gehäuse) findet die Emailtechnik seit mehr als 350 Jahren Anwendung. Nach der Jahrhundertwende gehörte das Email-Zifferblatt bei feinen Armbanduhren beinahe zur Standardausrüstung. Seit einigen Jahrzehnten ist es – auch aus Kostengründen – extrem rar geworden.
Gespeicherte Arbeitsfähigkeit. Zum Antrieb von Uhren ist ein Energiepotenzial erforderlich. Dies kann bei mechanischen Uhren eine gespannte Zugfeder (Federkraftantrieb) oder ein hochgezogenes Gewicht (Schwerkraftantrieb) sein. Bei Quarzuhren wird die erforderliche elektrische Energie in Akkumulatoren, Batterien oder Kondensatoren gespeichert.
Uhrenhersteller, der Komponenten (Werk, Zifferblatt, Zeiger, Gehäuse etc.) bei spezialisierten Fabrikanten einkauft und zu fertigen Zeitmessern verarbeitet.
Komplexes Kalenderwerk, bestehend aus etwa 100 Teilen, das die unterschiedlichen Monatslängen bis zum 28. Februar 2100 ohne manuelle Korrektur berücksichtigt. In der Regel ist es auf einer eigenen Platine montiert und zifferblattseitig auf einem normalen Uhrwerk befestigt. Die Informationen über die Monatsdauer liefert der Monatsnocken, eine Programmscheibe, deren Rand unterschiedlich tiefe Ausfräsungen besitzt. Das bislang kleinste ewige Kalendarium besitzt einen Durchmesser von 23 mm. Armbanduhren mit ewigem Kalendarium gibt es seit 1927 (Patek Philippe). Serien-Modelle mit Handaufzugswerk sind seit 1941 erhältlich. 1962 kam die Uhr mit automatischem Aufzug und ewigem Kalender auf den Markt. Neben den rein mechanischen gibt es auch ewige Kalendarien elektronischer Natur. Hierbei sorgt ein entsprechend programmierter Chip für die korrekte Indikation. Der immer währende Kalender ist schon in Genfer astronomischen Uhren zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu finden.
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