



Uhrenlexikon

Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Das Thema Fälschungen ist bei Uhren nicht erst seit dem ungehemmten Massentourismus nach Fernost hochaktuell. Bereits AbrahamLouis Breguet (1747 - 1823) musste sich zu Lebzeiten durch eine Geheimsignatur gegen den Missbrauch seines Namens schützen. Obwohl die namhaften Uhrenfirmen konsequent gegen das Fälschertum vorgehen, ist der Kampf fast aussichtslos. Jedem zerstörten Plagiat folgen zwei neue. Moderne „Fakes“ sind mehr oder minder gute Kopien gängiger Modelle, bei denen es hauptsächlich auf den Wiedererkennungswert und/oder die Signatur ankommt. Qualität spielt eine untergeordnete Rolle. Die kriminelle Energie richtet sich dabei weniger gegen den Käufer, der in der Regel weiß, was er für sein Geld bekommt. Geschädigt werden nahezu alle Luxusmarken. Zertifikate, Rechnungen und Etuis schützen vor Fehlkäufen schon lange nicht mehr. Sie werden ebenfalls massenhaft gefälscht.
Zur Identifikation ihrer Produkte greifen viele Uhrenhersteller auf Fabrikationsnummern zurück. Dabei nummerieren sie Werk oder Gehäuse oder gar beides. Die Nummernsysteme sind sehr unterschiedlich. Manche Fabrikanten gehen chronologisch fortlaufend vor, d. h., eine niedrige Nummer lässt auf einen frühen Herstellungszeitpunkt schließen. Andere Hersteller verwenden für verschiedene Kaliber jeweils andere Nummerierungen. Kenner können also von der Werknummer auf das Kaliber schließen. Mitunter stimmen Werk- und Gehäusenummern überein. Meistens werden jedoch unterschiedliche Zahlen vergeben. Sofern die Firmen ein konsequent geführtes Archiv besitzen, lassen sich Identität und Genese einer Uhr anhand der Nummer(n) exakt nachweisen. Manche Fabrikanten liefern – z. T. gegen Gebühr – einen Stammbuchauszug. Offiziell geprüfte Chronometer müssen in jedem Fall eine Werknummer tragen. Diese findet sich auf dem Prüfzertifikat wieder.
Viele Uhrenfirmen und Ebauchesfabrikanten verwendeten und verwenden zur Signatur neben ihrem Namenszug auch eine sog. Fabrikmarke. Dabei handelt es sich um ein – möglichst leicht – wiedererkennbares Logo. Bei Uhrwerken kann die Fabrikmarke an höchst unterschiedlichen Stellen angebracht sein. Häufig findet man sie an vom Zifferblatt verdeckter Stelle auf der Vorderseite der Platine. Rohwerkefabrikanten positionieren ihre Fabrikmarke – zusammen mit der Kalibernummer – aber auch gern in der Nähe des Unruhklobens unter der Unruh. Gehäuse tragen die Fabrikmarke meist auf der Innenseite des Bodens. Manche Hersteller verewigen ihr Logo aber auch außen, z. B. auf der Krone, dem Boden und/oder dem Zifferblatt.
Bei sehr feinen Uhren besitzen die Stahl- und Messingteile facettierte Kanten (Anglierung). Diese Kantenflächen sollten idealerweise im Winkel von 45 Grad angebracht sein.
In Uhrwerken kommen Federn unterschiedlichster Natur zum Einsatz. Neben Unruhspirale und Zugfeder sind dies vor allem Sperr- und Haltefedern.
Das Federhaus besteht aus einer gezahnten Scheibe und einem zylindrischen Gehäuse, welches i.d.R. durch einen Deckel verschlossen wird. Es dreht sich frei auf einer Welle. Im Inneren ist die Zugfeder aufgewickelt. Das Federhaus greift in den ersten Trieb des Räderwerks einer mechanischen Uhr ein.
Dünner Stab zur Montage eines „geschlossenen“ Armbands zwischen den Bandanstößen. Die beiden zapfenförmigen Enden werden von einer zylindrischen Spiralfeder nach außen gedrückt. Zur Montage eines Armbands schiebt man Federstege durch die Schlaufen der beiden Teile. Danach werden die federnden Enden zwischen die „Hörner“ geschoben, wo sie in den entsprechenden Bohrungen einrasten.
Das Verhältnis zwischen dem Gewicht des in einer Legierung enthaltenen Edelmetalls (z. B. Platin, Gold, Silber) und dem Gesamtgewicht. Der Feingehalt wird heute in Tausendsteln oder Karat ausgedrückt. Reines Gold entspricht 1.000/1.000 oder 24 Karat. Der Wert eines Karats beträgt 1/24 des Gesamtgewichts, also 41,6667. 14 Karat entsprechen demnach 585/1.000, 18 Karat 750/1.000.
Mechanismus zur fein dosierten Betätigung des Rückers. In mechanischen Werken kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionen zur Anwendung, darunter die exklusive Schwanenhals-Feinregulierung oder das weit verbreitete System mit Exzenterschraube. Die weit verbreitete Meinung, eine Feinregulierung bringe eine höhere Präzision mit sich, ist nicht haltbar. Uhren lassen sich auch mit einem ganz normalen Rückerzeiger sehr genau regulieren. Dieser Vorgang erfordert allerdings sehr viel Fingerspitzengefühl.
Eliminierung möglichst aller Determinanten, die den Gang einer Uhr negativ beeinflussen können. Der Grad der Feinstellung resultiert aus dem Anspruch des jeweiligen Herstellers und wirkt sich somit auch auf den Preis aus.
Fein- oder Fertigbearbeitung einer Uhr
Die flache Spiralfeder wurde 1675 von Christian Huygens erfunden. Die Ansteckpunkte an Unruhwelle (Spiralrolle) und Unruhkloben (Spiralklötzchen) liegen auf einer Ebene. Flachspiralen besitzen – im Gegensatz zu den Breguetspiralen – den Nachteil, sich während der Ausdehnung und des Zusammenziehens nicht exakt konzentrisch zu entwickeln. Dies kann sich negativ auf die Gangresultate auswirken. Moderne mechanische Uhrwerke besitzen meist Flachspiralen, bei denen eine spezielle Formgebung besagten Nachteilen entgegenwirkt.
Uhrwerk, das nicht rund ist. Speziell für Armbanduhren gab es die unterschiedlichsten Formen von Uhrwerken (tonneauförmig, baguetteförmig, rechteckig). Heute sind Formwerke ausgesprochen rar geworden.
Schwingungen pro Zeiteinheit, gemessen in Hertz (Hz). Bei ortsfesten Uhren findet man als gangregelndes Organ primär das Pendel, während mobile Uhren eine Unruh besitzen. Beide bewegen sich mit einer bestimmten Frequenz hin und her. Das Pendel einer Sekundenpendeluhr benötigt von Umkehrpunkt zu Umkehrpunkt exakt eine Sekunde. Es verfügt also über eine Frequenz von 0,5 Hz oder 1.800 Halbschwingungen/Stunde (A/h). Frühe Unruhschwinger brachten es auf 7.200 bis 9.000 A/h. Bei Taschenuhren wurde die Frequenz zunächst auf 12.600 und später auf den allgemein üblichen Standard von 18.000 A/h (2,5 Hz) gesteigert. Auch bei den Armbanduhren entwickelte sich diese Unruhfrequenz anfänglich zur gängigen Norm. Zur Steigerung der Präzision erhöhten die Uhrenfabrikanten die Schlagzahl auf 21.600 A/h (3 Hz), 28.800 A/h (4 Hz) oder gar 36.000 A/h (5 Hz). Allerdings ist mit einer höheren Unruhfrequenz auch ein größerer Energiebedarf verbunden. Außerdem bringen zunehmende Rotationsgeschwindigkeiten und Zentrifugalkräfte beträchtliche Schmierungsprobleme mit sich. Moderne Quarzuhren weisen eine Frequenz von 32.768 Hz auf.
1978 beauftragte das Bonner Gesetz über die Zeitbestimmung (Zeitgesetz) die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Braunschweig, mit der „Darstellung und Verbreitung der gesetzlichen Zeit“. Hierfür stehen ihr vier hochgenaue Cäsium-Atomuhren zur Verfügung. Sie bewahren die Zeit über 100.000-mal genauer als die Erde. Gemäß gesetzlichem Auftrag wird diese über den Langwellensender DCF 77 in Mainflingen nahe Frankfurt am Main verbreitet. Der im Umkreis von 1.500 km ausgestrahlten Signale kann sich jedermann frei bedienen. Er braucht nur einen passenden Empfänger, Funkuhr genannt. Darüber wird frei Handgelenk die genaue Zeit geliefert, dazu Datum, Wochentag und Monat. Bei vorübergehendem Signalausfall oder außerhalb des Empfangsbereichs sorgt übrigens ein normales Quarzwerk für die Bewahrung der Zeit. Sobald das nächste Funksignal eintrifft, werden die Anzeigen automatisch mit dem Stand der Braunschweiger Cäsium-Normale synchronisiert.














































