



Uhrenlexikon

Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Begriff für das zusätzliche Schaltwerk bei komplizierten Uhren. Zum Beispiel Mechanismus für einen Chronographen, ein Repetitionsschlagwerk oder ein Kalendarium. Je nach Konstruktion kann die Kadratur ins Uhrwerk integriert oder auf einer separaten Platine montiert und als Modul additiv mit dem Uhrwerk verbunden sein. Modulare Lösungen sind im Allgemeinen kostengünstiger, weil auf konfektionierte Uhrwerke zurückgegriffen werden kann. Integrierte Konstruktionen, z.B. Chronographen oder Repetitionen, verlangen eigenständige Entwicklungen. Mittlerweile gibt es nahezu alle Zusatzfunktionen auch in modularer Form.
"Dimension und Gestalt eines Uhrwerks und seiner Teile. Die Kaliberbezeichnung ermöglicht eine exakte Identifikation u.a. zum Zweck der Ersatzteilbestellung. Bis in die 1970er Jahre hatten große Rohwerkehersteller teilweise mehr als 100 verschiedene mechanische Kaliber im Programm. Inzwischen gibt es die Kalibervielfalt nicht mehr. Traditionell ist zu differenzieren zwischen runden Kalibern für offene Uhren, den ""Lépines"", runden Kalibern für Sprungdeckeluhren, ""Savonnettes"" genannt, sowie den sog. Formkalibern (z.B. Baguette-, Tonneauform, oval, rechteckig). „Lépines“ erkennt man daran, dass das Sekundenrad auf einer Achse mit der Krone liegt. Bei „Savonnettes“ nimmt es dagegen eine um 90 Grad abgewinkelte Position ein. Eine evtl. vorhandene kleine Sekunde befindet sich also bei der „6“. Von den konfektionierten Rohwerken der Ebaucheslieferanten sind die sog. Manufaktur-Kaliber zu unterscheiden. Letzteres sind Uhrwerke, die Manufakturen für ihren eigenen Bedarf produzieren- Schließlich ist gelegentlich von sog. reservierten Kalibern die Rede. Hinter diesem Begriff verbergen sich Rohwerke, die Ebauchesfabrikanten exklusiv für einzelne Kunden entwickeln und/oder produzieren. Auf diese Kaliber haben andere Etablisseure keinen Zugriff."
Dieser aus dem Französischen (calotte: Kappe) abgeleitete Begriff steht in der Uhrmachersprache u.a. für ein stark gewölbtes Taschenuhr-Gehäuse oder das gewölbte Gehäuse-Vorderteil bei Armbanduhren.
Maßangabe z.B. des Goldgehalts. Feingold, fast 100 Prozent reines Gold, besitzt 24 Karat. Das Gehäuse z.B. einer 18-karätigen Armbanduhr besteht aus 750/1.000 Feingold sowie aus sonstigen Legierungsmetallen (Kupfer, Messing, Silber). 14-karätiges Gold besitzt einen Feingehalt von 585/1.000, 8-karätiges Gold ienen von 333/1.000. Der Feingehalt wird bei jedem Gehäuse in Form einer Punze vermerkt.
Einfache Drehganguhr. Die Konstruktion geht auf den dänischen Uhrmacher Bonniksen zurück. 1892 ersann er sie als Ersatz für das schwieriger herzustellende und deswegen auch deutlich kostspieligere Tourbillon, dessen Drehzahl in der Regel 1/Minute beträgt. Das Schwing- und Hemmungssystem des Karussells beschreibt dagegen im Laufe einer Stunde oder einer kürzeren Umlaufzeit einen Kreisbogen von 360 Grad. Neben der Rotationsgeschwindigkeit besteht der wesentliche Unterschied zwischen Tourbillon und Karussell im Antrieb des Drehgestells. Beim Tourbillon erfolgt er über das Sekundenrad. Die Rotationen des Käfigs sind hierbei unverzichtbar für das Hin- und Herschwingen der Unruh und damit die Funktion des ganzen Werks. Ruht das Tourbillon, steht das ganze Uhrwerk. Beim Karussell wird das Drehgestell in der Regel vom Kleinbodenrad angetrieben. Daher geht die Uhr weiter, selbst wenn das meist als Platine ausgeführte Drehgestell in seiner Position verharrt. Karussells fürs Handgelenk gibt es seit 2001.
Uhr mit Kronenaufzug (schlüssellose Uhr).
Exzentrisch angeordneter Sekundenzeiger. Dieser befindet sich bei Armbanduhren meistens bei der „6“ (sog. Savonnette-Bauweise, Krone steht im rechten Winkel zum Sekundenzeiger). Es gibt jedoch auch Werke (sog. Lépine-Konstruktion, Krone liegt mit dem Sekundenzeiger auf einer Linie) mit der kleinen Sekunde bei der „9“. Bei offenen Taschenuhren (Lépines, Krone bei der „12“) befindet sich die kleine Sekunde wiederum bei der „6“.
Im Gegensatz zu Brücken sind Kloben nur am einen Ende mit der Platine verschraubt, während das andere frei schwebt. Unruhkloben, Ankerradkloben.
Hemmung für mechanische Uhren, erfunden vom englischen Meister-Uhrmacher George Daniels. Durch eine vollständige Umkonstruktion der impulsgebenden Elemente wird die unabdingbare Reibung ganz beträchtlich reduziert. Der daraus resultierende Verzicht auf Öl eliminiert die Einflüsse der Viskosität des Schmiermittels auf die Amplitude des Schwingsystems. Die Wartungsintervalle können deutlich gestreckt werden. Im Gegensatz zum bislang Üblichen (Anker, Ankerrad) besteht die koaxiale Hemmung aus insgesamt drei Komponenten: Zwischenrad, Koaxialrad und Anker mit drei Steinpaletten. Die – wie bei der konventionellen Ankerhemmung – auf der Unruhwelle befestigte Hebelscheibe besitzt neben dem gewohnten Hebelstein noch eine Impulspalette. Der Name Koaxialrad rührt übrigens daher, dass das Hemmrad und der große, wolfsverzahnte Hemmrad-Trieb, in den die Zähne des Zwischenrads greifen, auf einer Welle sitzen. Zur Funktion des Ganzen an dieser Stelle nur so viel: Schwingt die Unruh im Uhrzeigersinn, erhält sie einen direkten Stimulus vom Hemmrad zur Impulspalette der Hebelscheibe. Nur im Gegenuhrzeigersinn tritt der Anker in Funktion. Den winzigen Kraftstoß liefert der Hemmrad-Trieb an die mittlere Impulspalette des Ankers. Nach jedem Impuls wird das Hemmrad von den äußeren Ankerpaletten kurz angehalten, damit die Unruh frei in die jeweilige Richtung weiterschwingen kann.
Andere Bezeichnung für die Schweizer Ankerhemmung. Der Name resultiert aus der kolbenförmigen Gestalt der Ankerradzähne.
Temperaturschwankungen wirken sich negativ auf den Gang einer mechanischen Uhr aus, weil sie das Elastizitätsmodul von stählernen Unruhspiralen verändern. Steigende Temperaturen verursachen ein Nach-, sinkende ein Vorgehen. Vor mehr als 200 Jahren erfand der englische Uhrmacher John Arnold den bimetallischen, aufgeschnittenen Kompensationsunruhreif, der den nicht unerheblichen Temperaturfehler der Stahl-Spiralfeder (weitgehend) auszugleichen vermochte. Wie der Name bereits sagt, besteht ein bimetallischer Unruhreif aus zwei miteinander verbundenen Metallen (z.B. innen Stahl und außen Messing). Messing besitzt einen höheren Ausdehnungskoeffizienten als Stahl. Bei steigenden Temperaturen dehnt sich Messing stärker aus, die freien Enden verlagern sich in Richtung Unruhwelle. Dies bewirkt ein Vorgehen, das die Längenausdehnung der Stahlspirale kompensiert. Bei sinkenden Temperaturen wirkt die Unruh entgegengesetzt. Wegen der hohen Kosten und der aufwändigen Handhabung wurden Kompensationsunruhn jedoch nur in besseren Uhren verwendet, während bei billigeren Werken die Temperaturfehler in Kauf genommen werden mussten.
Zusatzmechanismus bei mechanischen Uhren. Zu den wichtigsten Komplikationen zählen automatische Aufzugssysteme, Äquationsanzeigen, Chronographen, auch solche mit Schleppzeiger, ewige Kalender, Repetitionsschlagwerke, Selbstschlagwerke (Grande/Pettie Sonnerie), Tourbillons und Wecker.
Farbloses Weißglas. Bei Uhren fanden Kristallgläser bis in die 1940er Jahre hinein Verwendung. Das Problem bestand in der hohen Bruchgefahr. Schon kleine Stöße konnten zum Zersplittern des Glases führen.
Knopf zum Aufziehen einer Uhr, zum Zeigerstellen und/oder Korrigieren von Datumsanzeigen, sowie – in früheren Zeiten – gelegentlich auch zum Steuern von Chronographen. Bei wasserdichten Uhren lässt sich die Krone häufig mit dem Gehäuse verschrauben. Weil die Krone bei harten Stößen abbrechen kann, besitzen moderne Sport-Armbanduhren einen Flankenschutz.
Bis ins späte 19. Jahrhundert erfolgten Aufzug und/oder Zeigerstellung vieler Taschenuhren mit Hilfe eines kleinen Schlüssels. Beim modernen Kronenaufzug geschieht beides über eine kleine Krone mit „Umschaltvorrichtung“. Das heute verwendete System des Kronenaufzugs geht auf Jean Adrien Philippe zurück. Am 7. September 1861 erhielt er dafür ein Patent. Dieses bezog sich insbesondere auf die Erfindung eines drehbar auf der Aufzugswelle gelagerten Transmissionsrades, das über eine Wolfsverzahnung mit dem auf der Welle verschiebbaren Zeigerstelltrieb (Schiebetrieb) gekoppelt ist. Vor allem das komfortable „leere“ Rückwärtsdrehen der Krone brachte die gewünschte Perfektion des Kronenaufzugs, der sich bis heute in Abermillionen von Handaufzugs- und Automatikwerken bewährt hat.
Schaltwerk zur Steuerung eines Chronographen. Ein beweglicher, je nach Kaliber unterschiedlich ausgeformter Schaltnocken liefert das „Programm“ für die Funktionen Start, Stopp und Nullstellung. Chronographen mit Kulissen- oder Nockenschaltung sind technisch weniger aufwändig, aber nicht minder zuverlässig als die Pendants mit Schalt- oder Säulenrad.
Uhren zum exakten Messen und unmittelbaren Ablesen der Dauer kleiner Zeitabschnitte. In diese Kategorie fallen demnach Stoppuhren und Chronographen.














































