Uhrenlexikon
WEMPE UHRENLEXIKON: SCHÖNES WISSEN.
Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Münze mit eingebautem Uhrwerk. Bekannt seit dem 18. Jahrhundert. Zur Herstellung werden Münzen so geteilt und ausgehöhlt, dass ein ultraflaches Uhrwerk hineinpasst.
Markenzeichen von Vacheron Constantin. In der Uhrentechnik ein Kreuz zum Antriebsausgleich des Federhauses. Es dient in Verbindung mit einem auf der Federwelle sitzenden Finger zur Kompensation der größten Drehmomentsunterschiede beim Antrieb mechanischer Räderuhren. Diese aufwändige Technik wird heute nur noch sehr selten in besonders feinen Uhren verwendet.
Nach den ungeschriebenen Gesetzen der Uhrmacherei darf sich ein Uhrenhersteller nur dann Manufaktur nennen, wenn er mindestens eine Ebauche oder ein Rohwerk selbst fertigt. Die sog. Fertigsteller konfektionierter Rohwerke heißen branchenintern Etablisseure. Zum kleinen Zirkel der Mechanik-Manufakturen zählen derzeit u. a. Audemars Piguet, Chopard, Roger Dubuis, Girard-Perregaux, Glashütte Original, IWC, Jaeger-LeCoultre, A. Lange & Söhne, Patek Philippe, Piaget, Rolex und Zenith.
Dieser französische Begriff, der so viel wie Ehe bedeutet, steht in der Uhrenszene für das Zusammenwürfeln meist echter Teile unterschiedlicher Uhren, um daraus eine neue Uhr entstehen zu lassen. Gute Mariagen sind nur schwer identifizierbar. Doch auch sie schmälern den Wert eines Zeitmessers ganz beträchtlich.
Uhren, die über eine Zugfeder oder von einem Gewicht angetrieben werden. Die Regulierung des Gangs erfolgt durch eine Unruh mit Spiralfeder oder ein Pendel. Die Entwicklung der Räderuhr resultiert vermutlich aus dem Antriebsmechanismus von Planetarien, die seit dem späten 13. Jahrhundert bekannt sind. Als älteste mechanische Räderuhr des deutschsprachigen Raums kann wohl die Uhr des Straßburger Münsters gelten. Sie wurde 1352 fertig gestellt. In England gab es aber vermutlich schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts funktionsfähige Räderuhren.
Begriff für eine Million Schwingungen pro Sekunde.
In der Uhrenproduktion bedeutendes Metall, legiert aus Kupfer und Zink. Je nach Verwendungszweck (z.B. Platinen) kommen unterschiedliche Mischungsverhältnisse zur Anwendung.
Mitteleuropäische Zeit. Am 1. April 1893 führten Deutschland und andere zentraleuropäische Länder die MEZ ein. Die MEZ besitzt eine Differenz von +1 Stunde gegenüber der als Welt- oder Universalzeit definierten mittleren Sonnenzeit des Greenwicher Nullmeridians (Greenwich mean time – GMT).
Mikrometer oder Tausendstelmillimeter. Die Stärke der Goldauflage bei Doublé-Uhrengehäusen wird in Mikron (µ) angegeben. Früher betrug sie in der Regel mindestens 20 µ. Heute sind 5 µ an der Tagesordnung.
In die Werksebene integrierter Rotor für Uhren mit automatischem Aufzug. Auslösender Faktor für die Konstruktion von Mikrorotor-Kalibern war das Bemühen um flache und damit elegante Automatik-Armbanduhren. Dem widersetzten sich Konstruktionen mit Pendelschwungmasse und auch solche mit Zentralrotor. Mikrorotoren haben zwar keinen sehr hohen Marktanteil erreicht, sind aus der Uhrentechnik jedoch nicht mehr wegzudenken. Wegbereiter des Mikrorotors war die Büren Watch Co., die 1954 ein entsprechendes Patent erlangte. 1957 kam die 4,2 mm hohe Büren „Super Slender“ auf den Markt. 1958 folgte Universal Genève mit dem „Polerouter“. Piaget präsentierte 1959 das Kaliber 12 Pl, 2,3 mm hoch und damit seinerzeit die weltweit flachste Automatik. Das klassische Kaliber 240 von Patek Philippe besitzt einen 22-karätigen Gold-Mikrorotor und eine Höhe von 2,40 mm. Beim 1996 fertig gestellten 2-Federhaus-Manufakturkaliber Chopard LUC 1.96 beträgt die Bauhöhe 3,3 mm (inkl. springender Datumsanzeige). Die Gangreserve liegt bei ca. 70 Stunden.
Mit Einführung der mechanischen Räderuhr erhielt der „bürgerliche Tag“ 24 gleich lange Stunden. Aus „diminutiva pars“, also dem vermindernden Part des Ganzen, resultiert der Begriff Minute. Das auf der Zahl 60 basierende Sexagesimalsystem ist übrigens eine babylonische Erfindung.
Uhren mit Minutenrepetition geben die Stunden, Viertelstunden sowie die anschließend verstrichenen Minuten auf Anforderung akustisch wieder. Dazu schlägt das hochkomplizierte Werk in den meisten Fällen mit zwei Hämmern auf zwei Tonfedern. Die Stunden gehen aus der Anzahl tiefer, die Minuten aus derjenigen hoher Töne hervor. Dazwischen kommen die Viertelstunden durch Doppelschläge (hoch/tief) zum Ausdruck. Erste Uhren mit Minutenrepetition gab es ungefähr 1750. Sie stellten und stellen die Krönung auf dem Gebiet der Repetitionsschlagwerke dar.
Zählzeiger bei Stoppuhren und Chronographen zur Erfassung der seit Beginn eines Stoppvorgangs verstrichenen Minuten. Die größte Verbreitung haben 30- und 45-Minuten-Zähler gefunden. Letztere fanden sich u. a. in Chronographen für Fußball-Schiedsrichter. Daneben gibt es jedoch auch 15- oder 60-Minuten-Zähler. Bei Nullstellung des Chronographen (oder der Stoppuhr) springt auch der Minutenzähler wieder in seine Ausgangsposition zurück.
Maßstab aller bürgerlichen Zeitmessung ist der Lauf der Sonne am Firmament. Als wahrer Mittag definiert sich dabei jener Zeitpunkt, an dem ein senkrecht in der Erde steckender Stab den kürzesten Schatten wirft.
Baugruppe. Module finden u. a. in vielen modernen Automatik-Chronographen Verwendung. Sie werden auf der Vorderseite des Uhrwerks montiert. Die Kraftkopplung erfolgt meistens über Friktion. Modulare Konstruktionen sind dabei oft an dem tief liegenden, durch eine Lupe ablesbaren Datum sowie der v-förmigen Drücker-Krone-Anordnung zu erkennen. Auch in Kalenderuhren, meist bei Modellen mit ewigem Kalendarium, kommen Module zum Einsatz. Bei ihnen ist das gesamte Kalendarium, auf einer eigenen Platine montiert, die zifferblattseitig auf das Uhrwerk gesetzt wird. Bekannt sind schließlich auch Schlagwerksmodule.
Indikation zum Ablesen der Anzahl von Tagen, die seit dem letzten Neumond vergangen sind. Im synodischen Monat beträgt das Zeitintervall von Neumond zu Neumond exakt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 3 Sekunden. Die gängige Anzeige besteht aus einer mit 59 Zähnen versehenen Scheibe, auf deren Oberfläche sich gegenüberliegend zwei Vollmonde befinden. Angetrieben durch das Uhrwerk bewegt sie sich innerhalb von zwei Lunationen einmal um ihre Achse. Die aktuelle Stellung ist durch einen speziell geformten Zifferblattausschnitt ablesbar. Mitunter überspannt ihn eine entsprechend graduierte Skala. Derartige Mondalteranzeigen weichen jährlich etwa acht Stunden von der Norm ab. Neben diesen einfachen Ausführungen gibt es inzwischen auch komplexe Konstruktionen, deren jährliche Fehlerquote im Minutenbereich liegt.
Der Mond durchläuft seine - von der Stellung Sonne – Mond - Erde abhängigen - Licht- bzw. Mondphasen (Neumond - erstes Viertel - Vollmond - letztes Viertel - Neumond) innerhalb einer –> Lunation von etwa 29,5 Tagen.
Französischer Begriff für Uhrwerk.
Möglichst transparente Uhr, bei der Werk und Antrieb nicht sichtbar sind.
Niederlassungen
Publikationen
karriere
Impressum/Kontakt
Datenschutz
Presse FR