Uhrenlexikon
WEMPE UHRENLEXIKON: SCHÖNES WISSEN.
Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Mit diesem Begriff, der zu Deutsch nichts anderes als „Fallschirm“ bedeutet, bezeichnete Abraham-Louis Breguet (1747 – 1823) die von ihm erfundene Stoßsicherung. Zum Schutz der empfindlichen Zapfen der Unruhwelle hatte er die entsprechenden Lagersteine in federnden Stahlarmen befestigt.
Automatischer Aufzug über eine Pendelschwungmasse, die z. B. beim Gehen wie bei einem Pedometer (Schrittzähler) auf und ab wippt. Mit Hilfe eines Getriebes wird die kinetische Energie auf die Zugfeder übertragen. Die Erfindung des Pedometer-Aufzugs geht nach derzeitigem Kenntnisstand auf das Jahr 1770 und Abraham-Lous Perrelet, Le Locle, zurück. Die ersten Armbanduhren dieser Art kamen in den 1920er Jahren auf den Markt (Léon Leroy, 1922, und John Harwood, 1924). Derartige Wippenaufzüge sind in Armbanduhren bis in die 50er Jahre zu finden.
Uhr mit Selbstaufzug, zum Beispiel „Rolex Perpetual“.
Ewiger Kalender, der die unterschiedlichen Monatslängen bis zum Jahr 2100 automatisch berücksichtigt.
Dünne, galvanisch aufgebrachte Goldschicht auf Uhrgehäusen aus unedlen Metallen. Doublé.
Sehr dezentes und kostbarstes Edelmetall zur Herstellung von Uhrengehäusen. Der hohe Preis resultiert aus dem höchst aufwändigen Gewinnungsprozess und der großen Seltenheit. Für ein Gramm Platin müssen mehr als 300 Kilogramm Erz abgebaut werden. Für ein Gramm Gold reichen hingegen schon 100 kg. Daneben stellt Platin auch bei der Verarbeitung höchste Ansprüche. Mit 1.773 Grad Celsius besitzt es den höchsten Schmelzpunkt (Gold 1.063 Grad Celsius, Silber 960 Grad Celsius). Zudem ist es fester, zäher und schwerer als andere Schmuckmetalle, weshalb spezielle Werkzeuge und Fertigungstechniken zur Anwendung kommen müssen. Schließlich weisen Platingehäuse meist einen Feingehalt von 950/1.000 auf, d. h. sie bestehen zu 95 Prozent aus diesem Edelmetall. Ein Platin-Uhrengehäuse wiegt rund 35 Prozent mehr als ein Pendant aus 18-karätigem Gold.
Auch Werkplatte genannt. Metallplatte, die die Brücken, Kloben und die sonstigen Bestandteile eines Uhrwerks trägt. Auf der Zifferblattseite befindet sich das Zeigerwerk. Rückwärtig ist das gesamte Räderwerk samt dem Federhaus sowie dem Schwing- und Hemmungs-System unter Brücken und Kloben befestigt. In der P. befinden sich neben den Gewindebohrungen für die Schrauben auch Bohrungen für Stellstifte sowie die Lager des Räderwerks.
Genfer Siegel.
Die tickende Uhr gehört zu den ältesten und gleichzeitig genauesten mechanischen Maschinen. Ein Werk, das pro Tag, also innerhalb von 86.400 Sekunden (stattliche) 30 Sekunden von der offiziellen Zeitnorm abweicht, besitzt eine arithmetische Fehlerquote von 0,035 Prozent. Mit anderen Worten: Ihr Genauigkeitsgrad liegt bei erstaunlichen 99,965 Prozent. Moderne mechanische Armbanduhren gehen sogar noch genauer, vor allem dann, wenn sie ein offizielles Chronometerzertifikat besitzen. Hier beträgt die Gangabweichung weniger als 0,005 Prozent.
Zum Beispiel ein Schwanenhals mit Feingewindeschraube. Das Ganze wird auf dem Unruhkloben befestigt und gestattet die Verstellung des Rückerzeigers in minimalen Schritten.
Uhr mit Anker- oder Chronometerhemmung, zusammengefügt aus hochwertigen Komponenten, darunter auf jeden Fall ein temperaturkompensiertes Schwingsystem. Präzisionstaschen- und armbanduhren benötigen mindestens 15 funktionale Steine.
Der aus dem griechischen stammende Begriff steht für Ur- oder Vorbild. Beim Prototypen handelt es sich um das erste Muster einer Uhr, das vor Aufnahme der Serienproduktion zumeist in Handarbeit hergestellt wird.
Arbeitserleichternde Zifferblattskalierung – meist bei Chronographen – für medizinische Zwecke. Sie dient zum Messen der Pulsfrequenz. Abhängig von der Graduierung sind nach dem Starten des Chronographen 20 oder 30 Pulsschläge zu zählen. Dann zeigt die Spitze des gestoppten Chronographenzeigers auf die hochgerechnete Pulsfrequenz pro Minute.
Stempel in Uhrengehäusen, die Auskunft erteilen z. B. über die Art und den Feingehalt des verwendeten Edelmetalls, über Herkunftsland und teilweise Herkunftsort, über das Herstellungsjahr sowie über den Gehäusemacher. Hinzu kommen häufig das Markenzeichen der herstellenden oder liefernden Uhrenfirma, eine Referenz- und eine Seriennummer.
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