Uhrenlexikon
WEMPE UHRENLEXIKON: SCHÖNES WISSEN.
Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
"Bei einer normalen Handaufzuguhr besteht das R. aus insgesamt fünf Rad-Trieb-Paaren: Die Verzahnung des Federhauses greift in den Minutenradtrieb. Auf der gleichen Welle befindet sich das Minutenrad, dessen Zähne in Verbindung stehen mit dem Trieb des Kleinbodenrades (Zwischenrad). Das Kleinbodenrad ist mit dem Trieb des Sekundenrades verzahnt; und das Sekundenrad selbst greift in den Trieb des Ankerrades. Über das Ankerrad und das weitere Hemmungssystem gelangt die Kraft zur -> Unruh, die dadurch in Bewegung gehalten wird."
Herstellerspezifische Kombination von Buchstaben und Ziffern zur Klassifizierung seiner verschiedenen Uhrenmodelle. Die Referenznummer beinhaltet oft auch Informationen über Typ, Gehäusematerial, Werk, Zifferblatt, Zeiger, Armband und Ausstattung mit Edelsteinen.
Außermittige Indikation von Stunden und Sekunden. Ein dezentral angeordneter Stundenzeiger gewährleistet ein weitgehend ungestörtes Ablesen der Sekunden. Derartige Zifferblätter wurden für die sog. Regulatoren (Präzisionspendeluhren) entwickelt, die in Observatorien und Uhrenfabriken die Zeit anzeigten. Dort kam es hauptsächlich auf die Sekunde an. In den 1930er Jahren präsentierte die Schweizer Uhrenindustrie erstmals Armbanduhren mit Regulatorzifferblatt. Es waren jedoch nur wenige Modelle, die zudem keine allzu große Verbreitung erlangten.
Bei mechanischen Uhren besteht das Regulierorgan aus Unruh und Unruhspirale.
Die Regulierung eines Uhrwerks besteht darin, ihren täglichen Gang in verschiedenen Lagen und Temperaturen zu beobachten und ggf. zu optimieren. Der Aufwand hängt von der Qualität und dem gewünschten Genauigkeitsgrad einer Uhr ab. Das wiederum schlägt sich im Preis nieder. Eine Präzisionsregulierung nach amtlichen Vorgaben umfasst mindestens fünf Lagen des Uhrwerks und zwei verschiedene Temperaturen (23,8 und 38 °C).
Ein mechanisches Uhrwerk leistet Schwerstarbeit. Deshalb sollte es spätestens nach vier Jahren einen qualifizierten Service bei Juwelier Wempe erhalten. Beim Auto, das im Durchschnitt täglich nur einige Stunden bewegt wird, sind Ölwechsel und Wartung in regelmäßigen Abständen eine absolute Selbstverständlichkeit. Eine Uhr läuft hingegen 24 Stunden pro Tag. Durch mangelnde Wartung können die empfindlichen Teile des Räderwerks Schaden nehmen. Bei Wempe wird das Werk bei einer Überholung komplett zerlegt sowie auf Herz und Nieren geprüft.
Nach einer Reparatur, einer Überholung oder auch beim Verkauf einer Uhr bringen manche Uhrmacher meist im Gehäuseboden sog. Reparaturzeichen an. Aus ihnen geht u. a. hervor, wann Serviceleistungen erbracht wurden. Durch die Reparaturzeichen schützen sich Uhrmacher u. a. vor ungerechtfertigten Reklamationen. Kenner können aus Zahl, Art und ggf. Datum der Reparaturzeichen auf das Alter und sogar den Lebensweg einer Uhr schließen.
Komplette (Nach-)Kontrolle einer fertig gestellten Uhr vor dem Verlassen der Produktionsstätte. Hierzu gehört auch eine Überprüfung des Gangs. In früheren Zeiten gehörten die Repasseure zu den Aristokraten unter den Uhrmachern.
Aufwändige Zusatzfunktion eines Uhrwerks, die es gestattet, die aktuelle Zeit mehr oder minder genau akustisch wiederzugeben. Je nach Ausführung des Schlagwerks unterscheidet man zwischen Uhren mit Viertelstunden-, Achtelstunden- (7-Minuten), 5-Minuten- oder Minutenrepetition. Um die Zeit akustisch darstellen zu können, benötigt das Schlagwerk Kraft. Diese erhält es durch die Betätigung eines Schiebers oder Drückers im Gehäuserand. Gleichzeitig löst dieser Vorgang auch den Schlagwerksmechanismus aus. Sofern Schieber oder Drücker nicht bis zum Anschlag geführt wurden, schlagen einfache Repetitionsuhren eine Zeit unvollständig. Bei feinen Konstruktionen verhindert dies eine sog. Alles-oder-nichts-Sicherung. Sie repetieren korrekt oder gar nicht.
Zeiger, der sich zur Indikation von Zeit, Datum oder auch Wochentag schrittweise über ein Kreissegment bewegt und – am Ende der Skala angekommen – ruckartig in seine Ausgangsposition zurückspringt.
Galvanische Veredelung z. B. der Werkoberfläche, um diese vor dem Anlaufen zu schützen und ihr einen strahlenden Glanz zu verleihen. Außerdem bewirkt die Rhodinierung eine höhere Oberflächenhärte. Bei Rhodium handelt es sich um ein Metall, das aus Platinerz gewonnen wird und somit zu den Platinmetallen zählt.
siehe Ebauche.
Unbegrenzt drehende Schwungmasse bei Uhren mit automatischem Aufzug. Je nach Konstruktion des Selbstaufzugs wird die Zugfeder in einer oder beiden Drehrichtung(en) des Rotors gespannt. Zu unterscheiden sind Zentral- und Mikrorotoren. Erstere drehen sich über dem ganzen Werk, letztere sind in die Werksebene integriert.
Gegen 1700 bestückten Fatio de Duillier und die beiden französischen Uhrmacher Pierre und Thomas Debaufre die Lager des Räderwerks erstmals mit gebohrten Rubinen. Das minderte die Abnutzung. 1704 begannen sie mit der Herstellung gebohrter und ungebohrter Steine für Uhrwerke. Seit 1902 finden sich in Uhrwerken synthetische Rubine. Der „rubis scientifique“ ist hart, homogen, in beliebiger Färbung erhältlich und lässt sich zudem relativ leicht bearbeiten. Er löste den sog. rekonstituierten Rubin ab, der durch das Schmelzen und Pressen von Rubinabfällen entstand. Die synthetischen Rubine unterscheiden sich von echten nur durch die Art der Erzeugung. Die Zusammensetzung ist gleich.
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