



Uhrenlexikon

Was versteht man unter einem Achttagewerk oder unter einer Savonette? Was verbirgt sich hinter der Abkürzung COSC? Hier können Sie es nachschlagen.
Kratzfestes Uhrenglas der Härte 9 (Mohs). Eine noch größere Härte weist nur der Diamant auf.
Feiner, seidiger und matter Schliff auf Metalloberflächen.
Uhrgehäuse, das neben dem Rückdeckel noch einen aufklappbaren vorderen (Sprung-) Deckel zum Schutz des Glases besitzt.
Uhrwerk, bei dem Sekundenrad und Krone in einem Winkel von 90 Grad zueinander stehen. Ein kleiner Sekundenzeiger befindet sich also bei der „6“.
Nicht zusammengefügte Komponenten eines Rohwerks.
Nach dem julianischen Kalender besitzt jedes vierte Jahr infolge des „eingeschalteten“ 29. Februar insgesamt 366 Tage.
Ohne intelligenten Steuermechanismus wäre das Starten, Stoppen und Nullstellen eines Chronographen unabhängig vom Uhrwerk nicht möglich. Bei klassischen Chronographen-Kalibern erfolgt die Steuerung über ein drehbar gelagertes Schaltrad. Das vergleichsweise aufwändige Bauteil besitzt – abhängig von der Werkskonstruktion – fünf, sechs, sieben, acht oder gar neun Säulen. Bei jedem Schaltvorgang bewegt es sich um einen exakt definierten Winkel im Uhrzeigersinn weiter. Kommt das Ende einer Schaltwippe auf einer Säule zum Liegen, wird es durch diese angehoben. Fällt es hingegen zwischen zwei Säulen, sorgt leichter Federdruck für eine Absenkung. Es wird auch vom Säulenrad bzw. Kolonnenrad gesprochen.
Zusatzfunktion bei Uhren, die es ermöglicht, die Zeit mehr oder minder genau akustisch darzustellen. Prinzipiell zu differenzieren sind Uhren mit Selbstschlag und solche mit Repetition, die die Zeit nur auf Anforderung schlagen.
Die Summe der Schläge des gangregelnden Organs (z. B. Pendel oder Unruh) einer Uhr wird als Schlagzahl bezeichnet. Zwei Schläge ergeben jeweils eine volle Schwingung. Beispielsweise besitzen klassische Armbanduhren die Schlagzahl 18.000. Mit anderen Worten: Die Unruh vollzieht pro Stunde 9.000 volle oder 18.000 halbe Schwingungen. Die Unruhfrequenz einer derartigen Uhr liegt bei 2,5 Hertz (Hz).
siehe Chronograph-Rattrapante.
Uhrwerke, bei denen die Schlagzahl oder Frequenz zur Steigerung der Ganggenauigkeit und Minderung der Störanfälligkeit 28.800 oder gar 36.000 Halbschwingungen/Stunde beträgt.
Freie Hemmung für Kleinuhren, bei der sich die Zähne des Ankerrads nach außen kolbenförmig verbreitern. Dadurch verteilt sich die Hebung auf das Gangrad und den Anker mit seinen beiden (Rubin-)Paletten. Neben der Schweizer Ankerhemmung gibt es auch die englische oder die Glashütter Ankerhemmung.
Durch die Erdanziehung streben alle Körper dem Zentrum des Planeten zu. Die bei frei fallenden Gegenständen auftretende Beschleunigung wird in g gemessen. Die Einflüsse der Schwerkraft auf den Gang mechanischer Uhren dürfen nicht unterschätzt werden. Speziell bei Taschenuhren, die zumeist in senkrechter Lage getragen werden, vermag die Gravitation das Gangverhalten dann beträchtlich zu stören, wenn sich der Unruh-Schwerpunkt nicht exakt im Zentrum der Unruhwelle befindet. Nur dann gibt es keine Stelle am Unruhreif, die permanent dem Erdmittelpunkt zustrebt und dadurch eine Be- oder Entschleunigung verursacht.
Rein theoretisch lässt sich die perfekte Balance von Unruh und Unruhspirale immer herstellen. Auch praktisch ist das durchaus möglich. Zu diesem Zweck wird das Paar mit Hilfe von Regulierschrauben, Fräsungen oder Bohrungen im Unruhreif ausgewuchtet. Die Freude am zeitaufwändigen Balanceakt ist freilich immer nur von begrenzter Dauer. Irgendwann wandert der Schwerpunkt beinahe zwangsläufig wieder aus dem Zentrum der Unruh. Die Folge sind Schwerpunktfehler, die den Gang mechanischer Uhren in senkrechter Position beeinträchtigen.
An einem (Automatik-)Uhrwerk beweglich angebrachter und über ein Getriebe mit dem Federhaus gekoppelter Drehkörper. Infolge der Gravitation strebt diese Gewichtsmasse in nicht-waagerechter Lage des Uhrwerks dem Erdmittelpunkt entgegen. Die solcherart erzeugte kinetische Energie wird von einem Getriebe in ein Energiepotenzial umgewandelt, das die Zugfeder speichert.
Die Dauer von „secunda diminutiva“ pars, dem zweiten verminderten Teil einer Stunde, musste im Laufe der Zeit mehrfach neu definiert werden. Dies hing nicht zuletzt auch mit den gewaltigen Fortschritten auf dem Gebiet der Zeitmessung zusammen. 1820 kam es auf Vorschlag eines Komitees französischer Wissenschaftler zu folgender Festlegung: Eine Sekunde ist 1/86.400 eines mittleren Sonnentages. Die nachgewiesene Unregelmäßigkeit der Erdrotationen und die moderne Quarzzeitmessung machte 1956 eine neue Definition erforderlich. Die Zeiteinheit der Sekunde wurde als 1/31.556.925,9747 jenes Umlaufjahres der Erde um die Sonne bestimmt, das am 1. Januar 1900, 12.00 Uhr begann. Dieses mühsam gefundene Maß hielt allerdings nicht lange. Es war schlichtweg zu ungenau. In 1.000 Jahren hätte sich eine Abweichung von rund fünf Sekunden ergeben. Weil seit Ende der 1950er Jahre Quarzuhren in der hochpräzisen Zeitmessung keine Rolle mehr spielen, da Atomuhren den Takt der Zeit bestimmen, mussten Wissenschaftler eine neue Festlegung finden. Seit 1967 gilt, dass eine Sekunde der Dauer von 9.192.631.770 elektromagnetischen Schwingungen in der Elektronenhülle des Cäsium-Atoms entspricht.
Ursprünglich kam die Sekundenanzeige, die Jost Bürgi gegen 1579 eingeführt haben soll, nur bei besonders präzisen Zeitmessern zur Anwendung. Heute ist der Sekundenzeiger zu einer Selbstverständlichkeit bei Uhren aller Art geworden.
Deutscher Terminus für die Automatik bei mechanischen Uhren.
Schlagwerk einer Taschen- oder Armbanduhr, das – im Gegensatz zur Repetition – völlig selbsttätig in Aktion tritt. Je nach Konstruktion werden, wie bei einer Pendule, die Stunden (Petite Sonnerie) und auch Viertelstunden (Grande Sonnerie) „im Vorbeigehen“ akustisch dargestellt. Auf Knopfdruck repetieren derartig aufwändige Mechanismen aber auch die Stunden, Viertelstunden und Minuten.
Uhrwerk, bei dem Platine, Brücken, Kloben, Federhaus und ggf. Rotor so weit durchbrochen werden, dass nur noch das für die Funktion unabdingbar notwendige Material übrig bleibt. Auf diese Weise kann man durch das Uhrwerk schauen. Die Skelettierung wird bei feinen Zeitmessern von Hand ausgeführt und verkörpert dort die höchste Schule der Uhrmacherei. Die handwerkliche Qualität einer Skelettierung lässt sich am besten dort erkennen, wo facettierte Kanten zusammenstoßen. Drei verschiedene Arten von Ecken sind hierbei zu unterscheiden: 1. Die eingezogene Ecke. Zwei zusammenstoßende Facetten bilden eine nach innen springende Ecke. Die Schnittstelle soll schnurgerade zwischen den Kreuzungspunkten der beiden Kantenlinien verlaufen. Diese Art von Ecke ist ein Indiz für allerhöchste handwerkliche Kunstfertigkeit, denn sie lässt sich nicht per Maschine ausführen. 2. Die vorspringende Ecke. Die Schnittstelle zweier Facetten bildet eine nach außen springende Ecke. Diese Ecke soll scharfkantig sein, nicht aber stumpf oder gar abgerundet. 3. Die abgerundete Ecke. Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Formen besitzt ihre Facette keine scharfe Kante. Abgerundete Ecken sind demnach weniger kunst- und wertvoll als die beiden anderen, weil sie sich auch maschinell fertigen lassen. Armbanduhren mit skelettiertem Uhrwerk gibt es seit Mitte der 1930er Jahre.
siehe Unruhspirale.
Kleines Metallstück, in dem das äußere Ende der Unruhspirale verstiftet oder – bei modernen Uhrwerken – verklebt ist. Das Spiralklötzchen seinerseits ist am Unruhkloben oder an der Platine befestigt.
siehe Chronograph-Rattrapante.
„Vorrichtung zur schrittweisen Vorwärtsbewegung des Sekundenzeigers von Uhrwerkgetrieben“, wie es in der Patentschrift zu einem Uhrwerk mit springendem Sekundenzeiger heißt. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um ein ganz normales mechanisches Kaliber. Bei einer Unruhfrequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde zählt ein Mechanismus jeweils fünf Halbschwingungen. Dann erst gibt er den Sekundenzeiger frei, der nun, wie bei Quarzuhren, eine ganze Sekunde weiterspringt.
siehe Heure Sautante.
Anker mit Rubinpaletten
Eine Handaufzugs-Präzisionsuhr benötigt mindestens 15 funktionelle Steine: zehn Lagersteine, zwei Decksteine für die Unruh, zwei Palettensteine für den Anker sowie einen Hebelstein (Ellipse). Eine optimale Ausstattung ist mit 18 Steinen gegeben. Bei komplizierten Uhren, z. B. mit automatischem Aufzug, Chronograph oder Repetitionsschlagwerk, erhöht sich die Zahl der erforderlichen Steine entsprechend.
Bei Präzisionsuhren werden zur Verminderung der Reibung in den wichtigsten Lagern, an den Ankerpaletten und der Ellipse Steine eingesetzt. Während in früheren Zeiten natürliche Edelsteine (z. B. Rubine oder Saphire) verwendet wurden, findet man in modernen Uhren ausschließlich synthetisch hergestellte Steine. Zu unterscheiden sind Lagersteine (Lochsteine), Decksteine, Palettensteine und Hebelsteine. Nicht zwangsläufig müssen viele Steine bei einem Uhrwerk Ausdruck besonderer Güte sein. Im Gegenteil: Oftmals soll gerade bei billigen Armbanduhren eine auf dem Zifferblatt vermerkte hohe Zahl von „Jewels“ eine hohe Qualität suggerieren. Bei diesen Uhren sind jedoch die Steine in den seltensten Fällen dort angebracht, wo sie wirklich gebraucht werden.
Der Stiftankerhemmung besitzt anstelle der Palettensteine polierte, senkrecht aus der Ankerebene herausstehende Stahlstifte. Diese greifen in das Ankerrad.
Als Regulierorgan dient eine elektronisch angeregte Stimmgabel. Frequenz: 360 Hz. Bekannteste Stimmgabel-Armbanduhr ist die Bulova „Accutron“, vorgestellt im Jahre 1960.
System zum Schutz der feinen und deshalb sehr empfindlichen Zapfen der Unruhwelle vor Bruch. Zu diesem Zweck sind die Loch- und Decksteine der Unruhwellenlager federnd in Platine und Unruhkloben befestigt. Bei harten Stößen geben sie lateral und/oder axial nach. Eine stoßgesicherte Armbanduhr soll einen Sturz aus einem Meter Höhe auf einen Eichenholzboden unbeschadet überstehen. Außerdem darf sie danach keine wesentlichen Gangabweichungen aufweisen. Erste Armbanduhren mit Stoßsicherung kamen in den 1930er Jahren auf den Markt. Ab den 1950er Jahren waren Armbanduhren ohne Stoßsicherung nicht mehr denkbar. Anfänglich verwendeten etliche Uhrenhersteller nicht zuletzt aus Kostengründen eigene Stoßsicherungssysteme. Diese konnten sich auf Dauer jedoch nicht durchsetzen. Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Stoßsicherungen gehören „Kif“ und „Incabloc“. Letztere ist leicht an ihrer lyraförmigen Haltefeder zu erkennen.
"Vorrichtung zum Anhalten von Uhrwerk und/oder Sekundenzeiger, um die Uhrzeit sekundengenau einstellen zu können. Zu diesem Zweck muss die Krone gezogen werden, wenn sich der Sekundenzeiger bei der „12“ befindet. Beim Ertönen eines Zeitzeichens wird die Krone wieder gedrückt; der Sekundenzeiger setzt sich in Bewegung."
Im Gegensatz zu Chronographen besitzen Stoppuhren keine Zeitanzeige. Bei einfachen Konstruktionen wird das Werk angehalten, wenn der Sekundenzeiger stoppen soll.
Konstruktionsmerkmal mancher Chronographen zur Erfassung der seit Beginn des Stoppvorgangs verstrichenen Stunden. Meist werden bis zu zwölf Stunden gezählt. Die Betätigung des Nullstelldrückers bewirkt auch eine Rückstellung des Stundenzählers.
Herkunftsbezeichnung auf dem Zifferblatt und/oder dem Werk einer „Schweizer Armbanduhr“. Nach der „Swiss Made“-Verordnung vom 27. Mai 1992 darf diese Herkunftsbezeichnung dann verwendet werden, wenn das Werk schweizerisch ist, Montage, Einschalung und Endkontrolle in der Schweiz erfolgen. Schweizer Uhrwerke sind solche, deren Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation – ohne Berücksichtigung der Montagekosten – mindestens 50 Prozent des Werts ausmachen. Nichtschweizerische Hersteller dürfen das „Swiss Made“ selbst dann nicht mehr verwenden, wenn alle Komponenten aus der Schweiz stammen, die Montage aber in ihrem Heimatland erfolgt.
Kleiner Schriftzug auf dem Zifferblatt von nichtschweizerischen Armbanduhren, in denen aber ein eidgenössisches Uhrwerk die Zeit bewahrt. Das „Swiss Mvt.“ findet sich beispielsweise auf den Zifferblättern von Plagiaten. Sehr klein gedruckt, soll es hier eher ein „Swiss Made“ vortäuschen.














































